Modul 08 - Kurzfassung

TRAININGSMATERIAL FÜR DIE GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG
IM BANKSEKTOR




Ziele

01 - Teil A

    • 01.01 - Basisdefinitionen
    • 01.02 - Kategorisierung von Gefahren
    • 01.03 - Warum sollte man eine Gefährdungsbeurteilung durchführen?
    • 01.04 - Wie man die Risiken am Arbeitsplatz beurteilen kann
    • 01.05 - Risiko = Wahrscheinlichkeit x Schweregrad von Folgen
    • 01.06 - Präventionsprioritäten
    • 01.07 - Lärmbeurteilung
    • 01.08 - Brandschutzbeurteilung
    • 01.09 - Beurteilung der manuellen Lastenhandhabung
    • 01.10 - Beurteilung von Stress bei der Arbeit

02 - Teil B - Gefährdungsbeurteilungshilfe im Banksektor

    • 02.01 - Arbeitssicherheit im Büro
    • 02.02 - Einführung in muskulo-skelettale Erkrankungen (MSE), Bildschirmarbeit und manuelle Lastenhandhabung
    • 02.03 - Brandschutz
    • 02.04 - Stress am Arbeitsplatz / Psychische Belastungen
    • 02.05 - Gefährdungsbeurteilungsformular

Ziele

Die vorliegende Broschüre gliedert sich in zwei Teile:

Teil A vermittelt Hintergrundinformationen zum Gefährdungsbeurteilungsprozess, macht den Benutzer mit einem gebrauchsfreundlichen Gefährdungsbeurteilungswerkzeug vertraut und bildet einen Rahmen für die Gefährdungsbeurteilung für vier an jedem Arbeitsplatz auftretende typische Gefahren.

Teil B hat zum Ziel, sichere Arbeitstechniken im Banksektor durch die Darstellung der häufigsten Gefahren und der entsprechenden Präventionsmaßnahmen zu fördern. Bitte beachten Sie, dass die tabellarischen Informationen, die in Teil B geliefert werden, nicht erschöpfend sind, da dieses den Umfang dier Broschüre sprengen würde.

Das Bewusstsein für Gesundheits- und Sicherheitsfragen zu fördern und Grundwissen für die aktive Beteiligung der Beschäftigten an der Gefährdungsbeurteilung an ihrem eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen sind die Hauptziele der vorliegenden Publikation.

K08.01

Teil A

K08.01.01

Basisdefinitionen

Gefahr ist irgendetwas mit dem Potential, Schaden zu verursachen

Gefahrenquelle ist irgendetwas (Objekt, Substanz, Werkzeug, Maschine, Tätigkeit, Verhalten, usw.), das dir Ursache einer oder mehrerer Gefahren bilden kann, die Schaden verursachen

Risiko ist die Wahrscheinlichkeit des potentiellen Schadens (Verletzung, Krankheit, Tod), die durch die Exposition gegenüber einer Gefahr entsteht

Gefährdungsbeurteilung ist der Prozess, zu identifizieren, welche Gefahren an einem Arbeitsplatz existieren, und wie wahrscheinlich diese Gefahren Gesundheitsschäden bei Beschäftigten und anderen verursachen um zu entscheiden, welche Präventions- oder Kontrollmaßnahmen erforderlich sind. Es ist ein systematischer und dynamischer Prozess zur Schaffung einer gesünderen und sichereren Arbeitsumgebung.

Diese Begriffe werden oft synonym oder falsch gebraucht. Aus den oben genannten Definitionen wird ersichtlich:

  • Die Gefahrenquelle hat eine physische Substanz und ist immer vorhanden.
  • Die Gefahren treten während einer Tätigkeit in Gegenwart der mit der Tätigkeit verbundenen Gefahrenquellen auf, d.h. dass auch sie immer vorhanden sind.
  • Das Risiko bezogen auf die Gefahren einer Tätigkeit hängt von den angewandten Sicherheits-(Präventions-)maßnahmen ab, d.h., dass das Risiko abnimmt, wenn die Präventionsmaßnahmen zunehmen.

K08.01.02

Kategorisierung von Gefahren

Gefahrenquelle
Kategorie der Gefahren
Potentielle Schäden
Elektrische Installationen, Elektroausrüstung Elektrische Gefahren Verbrennungen, Feuer, Elektroschocks
Maschinerie, Hebeausrüstung, Fahrzeuge, Transport Mechanische Gefahren Verletzung, Tod
Chemische Substanzen, Emissionen (Gase, Dämpfe, Dünste, Nebel, Stäube), undichte Stellen, leicht entzündliche Materialien Chemische Gefahren Gesundheitsprobleme, Reizungen, Kopfschmerzen, Krebs, Tod, Explosionen, Brände
Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Parasiten, Schimmelpilze, usw.), Laborkulturen, Tiere, Pflanzen Biologische Gefahren Gesundheitsprobleme, Allergien, Legionärskrankheit
Laute Arbeiten und Maschinen Lärm, Kommunikationsprobleme Gehörverlust, psychische Probleme, Unfälle
Vibrierende Handwerkzeuge Vibrationen Taube Finger, Durchblutungsstörungen
Arbeiten in der Höhe oder beengten Räumen (Schächte etc. ) Arbeitsbedingungen Verletzungen, Gesundheitsprobleme, Tod, Explosionen
Büroausrüstung, manuelle Lastenhandhabung, körperliche Belastung, schwierige Arbeitshaltungen Ergonomische Gefahren, psychosoziale Gefahren Muskelskelett-Erkrankungen, Stress
Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit Arbeitsraummikroklima, psychosoziale Gefahren Gesundheitsprobleme, Stress
Ionisierende Strahlung, UV- und infrarote Strahlung, elektromagnetischen Felder, Mikrowellen Strahlungen Verbrennungen, Augenverletzungen, Gesundheitsprobleme, Krebs, Brände
Rutschige Böden, unebene Oberflächen, Beleuchtung, Leitern, (Not-) Ausgänge, Zeichen, Belüftung, Platz Arbeitsumgebung Verletzungen durch Fallen, Ausrutschen, Stolpern; Gesundheitsprobleme; Feuer
Ordnung eines Arbeitsplatzes Sauberkeit und Ordnung Verletzungen
Hygiene und Ruheeinrichtungen, Erste Hilfe Sozialeinrichtungen Infektionen, Verschmutzungen, Krankheiten
Arbeitsorganisation, Arbeitsbelastung, sich wiederholende Arbeitenpläne, Isolation (Vereinzelung), Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten, geringe Mitsprache und Unterstützung, armen Beteiligung, Belästigung, Gewalt, Mobbing, persönliches Temperament Psychosoziale Gefahren; ergonomische Gefahren Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, nervöse Störungen, Stress, musculoskeletale Probleme

Arbeitsschutzprinzipien erfordern die Ausschaltung von Risiken bei jeder Tätigkeit

Angesichts der Tatsache, dass Gefahren bei Arbeitstätigkeiten immer vorhanden sind, können die entsprechenden Risiken nur durch die Anwendung der entsprechenden Arbeitssicherheitsmaßnahmen vermieden oder wenigstens reduziert werden. Diese Maßnahmen können durch den Prozess der Gefährdungsbeurteilung (GefB) eingeführt werden.

K08.01.03

Warum sollte man eine Gefährdungsbeurteilung durchführen?

Nutzen für alle:

Das Ziel einer Gefährdungsbeurteilung ist es, sicher zu stellen, dass niemand verletzt oder krank wird. Das Ergebnis einer gründlichen Gefährdungsbeurteilung dient sowohl dem Nutzen von Beschäftigten als auch von Arbeitgebern. Wenn ein Arbeitsplatz korrekt beurteilt worden ist und jeder Arbeiter, der eine bestimmte Tätigkeit durchführt, informiert worden ist, wie man dies sicher tut, dann sind die Hauptvorteile folgendes:

Für den Beschäftigten:

  • Senkung der Unfallquote Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Ausschaltung der Sorge um seine/ihre persönliche Sicherheit und die Sicherheit seiner/ihrer Mitarbeiter
  • Gesteigerte Arbeitszufriedenheit
  • Organisation einer fruchtbaren Kommunikation mit der Leitung

Für den Arbeitgeber:

  • Keine Produktionsausfälle aufgrund von Unfälle
  • Keine beschädigten Maschinen durch Nichtanwendung der entsprechenden Präventionsmaßnahmen
  • Keine Zunahme der Unfallversicherungsbeiträge
  • Keine Schadensersatzkosten durch Arbeiter, deren Gesundheit bei einem Arbeitsunfall oder durch eine Berufskrankheit geschädigt worden ist
  • Einhaltung von Gesetzen - keinen Kosten aufgrund von Geldstrafen oder Bußgeldern
  • Zunahme der Produktivität aufgrund der wachsenden Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten
  • Aufbau eines am Menschen orientierten Firmenimages in der Öffentlichkeit.

K08.01.04

Wie man die Risiken am Arbeitsplatz beurteilen kann

In kleinen Arbeitsbereichen ist es möglich, die Gefährdungsbeurteilung als einzelnen, einfachen Vorgang durchzuführen, während es in größeren Organisationen nötig sein wird, die Analyse in handhabbare Einheiten aufzuteilen.

Die hier vorgestellte "5 Schritte Methode" ist eine strukturierte Methode, mit der Arbeitgeber, Selbständige oder Arbeitnehmervertreter die Risiken an ihrem Arbeitsplatz beurteilen können.

Schritt 1: Identifizierung der Gefahren

  • Identifizieren, was möglicherweise Gesundheitsbeeinträchtigungen verursachen kann.

Schritt 2: Identifizierung der Personen, die verletzt werden könnten, und wie

  • Alle jenen identifizieren, die ein Risiko durch Arbeitstätigkeiten tragen, und dabei Produktionsarbeiter, Wartungstechniker, Verwaltungsangestellte, Sicherheitsfachkräfte, Reinigungspersonal, Auslieferungsfahrer, Handelsvertreter, Beschäftigte von Subunternehmen, befristet Beschäftigte, Kunden und sonstige Personen berücksichtigen.

Schritt 3: Auswertung der Risiken und Entscheidung darüber, ob vorhandene Sicherheitsmaßnahmen ausreichend sind oder mehr veranlasst werden muss

  • Alle identifizierten Gefahren können nicht sofort beseitigt werden. Deshalb sollte das Ausmaß der entsprechenden Risiken abgeschätzt werden bevor über zu veranlassende Maßnahmen entschieden wird und vor dem Setzen von Prioritäten für die erforderlichen Tätigkeiten.

    Eine der einfachsten Methoden ist die Rangfolge von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad des Schadens durch das Aufstellen einer Matrix zu bestimmen und für das Risiko einen Wert zu berechnen entsprechend der Formel:

K08.01.05

Risiko= Wahrscheinlichkeit x Schweregrad von Folgen

Dabei sind die Einteilung von Wahrscheinlichkeit und der Schweregrad der Folgen wie folgt:

Wahrscheinlichkeit der schädlichen Wirkung
Einschätzung
Kategorie
Erklärung
1
Unwahrscheinlich
Es wird nicht erwartet, dass das Schadensereignis während des ganzen Berufslebens eines Beschäftigten auftritt (das Ereignis tritt durchschnittlich alle 100-1000 Jahre auf)
2
Möglich
Das Schadensereignis kann an irgendeinem Zeitpunkt während des Berufslebens eines Beschäftigten auftreten (durchschnittlich alle 10-100 Jahre)
3
Häufig
Das Schadensereignis kann wiederholt während des Berufslebens eines Beschäftigten auftreten (durchschnittlich alle 1-10 Jahre)

Schweregrad der Folgen
Einschätzung
Kategorie
Erklärung
1
Geringfügiger Schaden
Unfälle und Krankheiten verursachen keine länger andauernden Leiden, und evt. ist nur Erste Hilfen erforderlich (z.B. kleine Kratzer, Augenreizungen, zeitweilige Kopf u. a. Schmerzen usw.)
2
Mäßiger Schaden
Unfälle und Krankheiten verursachen länger andauernde oder periodische Leiden, wie Wunden, Verbrennungen 2. Grades auf einer beschränkten Hautfläche, Allergien, leichte Verletzungen und haben mehr als einen Arbeitsunfähigkeitstag zur Folge.
3
Schwerer Schaden
Unfälle und Krankheiten verursachen ernste oder dauerhafte Leiden, wie Verbrennungen 2. Grades auf großen Hautflächen, Verbrennungen 3. Grades, Behinderungen, die von mehreren Tagen Arbeitsunfähigkeit bis hin zum Tod führen können

Dann sieht die Gefährdungsbeurteilungsmatrix so aus:

Gefährdungsbeurteilungsmatrix
Wahrscheinlichkeit der Schädigung
Schweregrad der Folgen
Geringfügiger Schaden
(1)
Mäßiger Schaden
(2)
Schwerwiegender Schaden
(3)
Unwahrscheinlich (1)
Niedrig
(1)
Niedrig
(2)
Mittel
(3)
Möglich
(2)
Niedrig
(2)
Mittel
(4)
Hoch
(6)
Häufig
(3)
Mittel
(3)
Hoch
(6)
Sehr Hoch
(9)

Die Risikoeinschätzung ist dann folgendermaßen:

Risikobewertung
Einschätzung
Kategorie
Erklärung
1, 2
Niedrig
Es gibt keinen Grund zum Handeln, das Risiko ist akzeptabel, aber es ist notwendig, sicherzustellen, dass es auf demselben Niveau bleibt
3, 4
Mittel
Aktivitäten, um das Risikoniveau zu reduzieren, sind erforderlich und müssen geplant werden. Nach der Umsetzung der Maßnahmen ist eine Neubewertung des Risikos erforderlich
6, 9
Hoch/sehr hoch
Das Risiko ist unakzeptabel und Maßnahmen, um es zu reduzieren, müssen sofort ergriffen werden. Die arbeitsbezogenen Tätigkeiten sollten nicht vor der Durchführung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen wieder beginnen

Falls eine Gefahr nicht beseitigt werden kann, es ist wichtig, all jene Maßnahmen zu ergreifen, um dass das zugehörige Risiko so gering wie möglich zu halten.

Schritt 4: Aufnahme von Befunden und Präventivmaßen
  • Alle Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung müssen zusammen mit den gegenwärtigen Präventionsmaßnahmen in einem systematischen, leicht zu befolgenden und leicht zu überprüfenden Verfahren aufgezeichnet werden, z.B. mit Hilfe eines Gefährdungsbeurteilungsformulars, in das die zusätzlichen Präventionsmaßnahmen eingetragen werden müssen.

Schritt 5: Überprüfung und Überarbeitung der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung

  • Gefährdungsbeurteilung sollte kein statischer Prozess sein, sie muss zu einem Aktionsplan von Präventionsmaßnahmen führen und muss regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass die festgelegten Maßnahmen immer noch wirksam funktionieren. Die Überarbeitung der ausgeführten Gefährdungsbeurteilung ist auch erforderlich, wenn:

    • Neue Maschinen eingesetzt werden
    • Neue Mitarbeiter mit bestimmte Aufgaben erfüllen müssen
    • Neue Prozesse/Tätigkeiten am Arbeitsplatz eingeführt werden
    • Neue Substanzen benutzt werden
    • Die Arbeitsumgebung sich wesentlich verändert hat
    • Die Arbeitsbedingungen sich bedeutend geändert haben
    • Es irgendeine andere bedeutsame Änderung gibt

K08.01.06

Präventionsprioritäten

Die allgemeinen Prinzipien der Prävention, die bei der Entscheidung über Maßnahmen gegen die erkannten Gefahren befolgt werden müssen, sind, in der Reihenfolge ihrer Priorität:

  1. Das Risiko vermeiden
  2. Das Risiko abschätzen, das nicht vermieden werden kann
  3. Die Risiken an der Quelle bekämpfen (kontrollieren)
  4. Die Arbeit an die beschäftigte Person anpassen
  5. Sich technischem Fortschritt anpassen
  6. Gefährliches durch die ungefährliches oder am wenigsten gefährliches ersetzen
  7. Eine schlüssige, allgemeine Präventionspolitik entwickeln
  8. Kollektiven Schutzmaßnahmen Vorrang vor der Benutzung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) geben
  9. Den Beschäftigten angemessene Anweisungen geben
  10. Konsultation der Beschäftigten in Arbeitsschutzfragen


  • Downloaden der Risikoauswertungs-Vorlage



K08.01.07

Lärmbeurteilung

Lärm ist jedes "unerwünschte Geräusch".

Gefährdung durch übermäßigen Lärm beschleunigt den normalen Gehörverlust, verursacht Tinnitus (Klingen, Pfeifen, Summen oder Murmeln in den Ohren), der auch zu Schlafstörungen und Stress führen kann, die sich wiederum durch erhöhten Puls oder Blutdruck und eine erhöhte Atemfrequenz äußern kann.

Die folgenden täglichen Lärmäquivalenzwerte (dies ist die mittlere Tagesbelastung für einen 8-stündigen Werktag) werden gegenwärtig von der EU-Lärm-Rahmenrichtlinie vorgeschrieben:

  • 87 dB(A) (und 200 Pa): kein Arbeiter darf diesem Lärmpegel oder höher ausgesetzt sein, eine Lärmrisikobeurteilung muss durchgeführt werden und ein Aktionsplan muss aufgestellt werden
  • 85 dB(A): weitere Aktivitäten zur Lärmreduzierung müssen unternommen werden, Lärmbereiche müssen gekennzeichnet werden und alle betroffenen Beschäftigten müssen Ohrenschützer tragen
  • 80-85 dB(A): Gehörschutzausrüstung muss den Arbeitern zur Verfügung gestellt werden

Alle Maschinenbediener, die Lärmpegeln über 85 dB ausgesetzt sind, müssen an einem präventivmedizinischen Überwachungsprogramm teilnehmen (Vorsorgeuntersuchungen).

Bei der Lärmbeurteilung zu berücksichtigende Faktoren

  • Quelle des Lärms (von Anlagen, Maschinen, Personenkommunikation, Verkehr, Bewegung von Produkten, nahe gelegenen Industrieanlagen)
  • Lärmreduktionsmaßnahmen (z.B. Auswahl von weniger lauten Maschinen, akustischen Kapselungen, Verwendung von Lärmabsorptionsmaterialien, Planung von Lärmschutzzonen)
  • Arbeitsorganisation (z.B. Arbeitsrotation, Durchsetzung des Verwendung des Gehörschutzes, Anbringen von Warnschildern)
  • Ausbildung/Information der Beschäftigten über die Gesundheitswirkungen von Lärm, die Ergebnisse der ausgeführten Lärmuntersuchungen und die richtige Verwendung der gestellten Gehörschutzausrüstung

Schlüsselelemente zur Vermeidung und Reduzierung der Lärmrisiken

  • Reduktion der Lärmbildung:

    • Umgestaltung von lauten Arbeitsprozessen
    • Leise Maschinen und Geräte auswählen
    • Einführung von weniger geräuschvollen Arbeitsmethoden
    • Regelmäßige Wartung der Maschinerie
    • Vibrierende Quellen reduzieren
    • Vibrierende Maschinen auf absorbierende Untersetzer stellen
    • Metallzahnräder durch Plastikzahnräder oder Riemen ersetzen
    • Benutzung von isolierenden Antivibrations¬aufhängungen
    • Vibrierende Oberflächen von bewegten Maschinenteilen trennen
    • Anbringen von Lärm absorbierenden Dichtungen um Türen und Deckel herum
    • Zentrifugal- statt Propellerventilatoren einsetzen
    • Verwendung von Ventilatoren mit großem Durchmesser und niedriger Geschwindigkeit
    • Verwendung von Lüftungsrohren großen Durchmessers mit Niederdruck
    • Rohrleitungen strömungstechnisch optimieren um Turbulenzen zu vermeiden
    • Verwendung von rauscharmen Luftdüsen oder pneumatischen Auswerfern

  • Reduktion der Lärmübertragung:

    • Geräuschvolle Maschinen in akustische Einschlüsse stellen
    • Die Oberflächen der akustischen Kapselung mit lärmabsorbierenden Materialien bedecken
    • Öffnungen der Anlagen reduzieren
    • Absorbierende Dichtungen um Türen, Fenster, Wartungsschächte usw. installieren
    • Kontakt des Einschlussgehäuses mit vibrierenden Teilen vermeiden
    • Akustische Schutzräume für die Beschäftigten, wie Steuerstände oder Lärmschutzboxen verwenden
    • Verwendung Lärm absorbierender Materialien, nahe den Lärmquellen, um Lärmechos von Wänden und Raumdecken zu vermeiden
    • Laute Absaugsysteme von den Bedienern weg platzieren, wenn möglich Bereitstellung von Gehörschutzmitteln (wie Ohrenschützer, Ohrenstöpsel, Kanalverschlüsse)

K08.01.08

Brandschutzbeurteilung

Normalerweise wird die Gefährdungsbeurteilung des Brandschutzes für das Gelände als Ganzes und nicht für kleine Abschnitte durchgeführt, da die Brandschutzsysteme (Feuermelder, Alarmgeber, Sprinkler, Evakuierungsverfahren) für den ganzen Betrieb entworfen sind

Arbeitsbereiche, die bei der Brandschutzbeurteilung nicht übersehen werden sollten, sind:

  • Nebengebäude und Anlagen außerhalb des Hauptgebäudes (z.B. Lagerräume, Dampferzeugergebäude)
  • Keller, Gruben unterhalb von Anlagen und Engräume (Schächte etc.)
  • Höhergelegene Gangways und Bühnen
  • Dachbereiche, wo sich Vorrichtungen für den Zugang zwecks Instandhaltung befinden

Während der Feuerbeurteilung zu berücksichtigende Faktoren

  • Flucht-/Rettungswege:

    • Alle Arbeiter oder Besucher müssen einen sicheren Zugang zu Notausgängen haben
    • Nottüren müssen in der Richtung der Fluchtstrecke aufgehen, dürfen nicht abgeschlossen oder festgestellt werden
    • Flucht-/Rettungswege müssen eine Notbeleuchtung haben

  • Beschilderung für:

    • Notausgänge
    • Löschmittel
    • Die Brandverhütungserfordernisse
    • Das Alarmwarnsystem
    • Die Brandschutz- oder Sicherheitstüren
    • Feuermelder und Alarm

  • Löschmittel:

    • Tragbare Feuerlöscher
    • Feuerdecken
    • Schlauchrollen (in Schlauchkabinetten)
    • Sprinkleranlagen
    • Andere fest eingebaute Löschsysteme

  • Evakuierungsverfahren:

    • Verhalten bei der Entdeckung eines Brandes
    • Reaktion auf den Feueralarm
    • Beschreibung der festgelegten Sammelpunkte zeigt

Feuerlöscher

Verschiedene Feuerlöschertypen (die eine unterschiedliche Farbkodierung haben) sind für verschiedene Materialien geeignet:

  • Wasser (rot):

    • Holz, Papier, Textilien, Stoff (nicht für Elektrobrände oder solche durch leicht entzündliche Flüssigkeiten)

  • Schaum (weiß):

    • Leicht entzündliche Flüssigkeiten wie Fett, Benzin, Öl, Benzin, Diesel usw. (Brandklasse B), für Holz, Papier, Textilien, Stoffe (nicht für Elektrobrände) auch geeignet

  • Trockenpulver (blau):

    • Leicht entzündliche Flüssigkeiten (Brandklasse B) und elektrisch verursachte Brände (Brandklasse C) . für Holz, Papier, Textilien, Stoffe (Klasse A) auch geeignet

  • Kohlendioxid (schwarz):

    • Leicht entzündliche Flüssigkeiten (Klasse B) und am besten für elektrisch verursachte Brände (Klasse C) (nicht für Papierfeuer)

  • Klasse D:

    • Entwickelt für leicht entzündliche Metalle (wie Aluminium, Magnesium, Natrium, Kalium) und Anwendung oftmals auf ein betreffendes Metall beschränkt.

  • Leichtflüchtige Flüssigkeiten (grün):

    • leicht entzündliche Flüssigkeiten und Elektrobrände

  • Feuerdecken:

    • Leicht entzündliche Flüssigkeiten in Behältern wie tiefen Fettbrätern, Ölkochern, Bratpfannen (Brandklasse F)

Schlüsselelemente zur Vermeidung und Reduzierung der Brandrisiken

  • Verringerung von Zündquellen (z.B. Ersatz von Brenner- oder Strahlerheizungen durch Zentralheizungssystemen, streng einzuhaltende Rauchverbote, elektrostatische Spannungsableiter )
  • Reduzierung der Menge von gefährlichen, leicht entzündlichen Substanzen auf ein Minimum
  • Lagerung von leicht entzündlichen Substanzen und Materialien bei niedrigen Temperaturen
  • Verhinderung der Bildung von explosiven Atmosphären (einschließlich entsprechender Lüftung)
  • Verminderung der Menge von leicht zugänglichen potentiellen Treibstoffen
  • Verminderung von Sauerstoffquellen
  • Räumliche Trennung von gefährlichen und leicht entzündlichen Substanzen

K08.01.09

Beurteilung der manuellen Lastenhandhabung

Manuelle Handhabung von Lasten umfasst eine breite Vielfalt von Tätigkeiten, wie Heben, Absenken, Schieben, Ziehen und Tragen.

Bei der Gefährdungsbeurteilung der Lastenhandhabung zu berücksichtigende Faktoren

  • Natur der Last:

    • Gewicht, Größe, Form, Festigkeit der Last
    • Hauptlast (einschließlich der Wirkungen des Winds auf große Lasten, der Möglichkeit, dass Lasten mit Hindernissen kollidieren oder schlecht ausbalanciert sind)
    • Griffigkeit (ungünstige Griffpositionen können zu Kontrollverlust über die Last führen)
    • Instabilität der Last
    • Scharfe Kanten, raue, heiße oder kalte Oberflächen

  • Arbeitsumgebung:

    • Platzbeschränkungen (z.B. eingeschränkte Höhe, niedrige Arbeitsflächen) können zu ungünstigen Körperhaltungen führen
    • Unebene, rutschige oder instabile Böden
    • Schwankende Arbeitsplätze (z.B. Boote, Züge, die Arbeitsbühnen), Verlust des Gleichgewichts
    • Fußboden (z.B. steile Neigungen, Stufen, Leitern), Glätte des Fußboden, Höhenänderungen des Niveaus von Arbeitsoberflächen
    • Temperatur und/oder Luftfeuchtigkeitsextreme
    • Unzulängliche Belüftung oder Windböen
    • Unzureichende Beleuchtung

  • Individuelle Eigenschaften:

    • Geschlecht, Alter, Erfahrung, Schwangerschaft, Behinderungen, frühere Verletzungen oder Gesundheitsschäden, Kleidung, Schuhwerk

  • Aufgabenbezogene Faktoren:

    • Das Halten oder das Manipulieren von Lasten mit Abstand zum Körper
    • Falsche Körperbewegungen oder -haltungen
    • Übermäßiges Heben von Lasten
    • Übermäßiges Schieben oder Ziehen

  • Arbeitsorganisation:

    • Häufige oder lang andauernde physische Anstrengung
    • Tempo der von einem Prozess vorgegebenen Arbeit
    • Möglichkeiten von Ruhe und Erholung

  • Schulung/Unterweisung:
    • Art und Häufigkeit von Trainings zu guten Lastenhandhabungstechniken

Schlüsselelemente zur Vermeidung und Reduzierung der Risiken

  • Ausschaltung manueller Handhabung:

    • Umgestaltung von Prozessen oder Tätigkeiten
    • Maschinelle Beförderung, wenn möglich

  • Automatisierung oder Mechanisierung:

    • Verwendung von mechanischen Handhabungshilfen, wie: mechanische Heber, manuell bediente Hebewerkzeuge, motorbetriebene Hebe- und Förderanlagen, Wagen und Flurförderfahrzeuge

  • Lastbezogene Maßnahmen:

    • Verringerung der Größe oder des Gewichts der Last
    • Verbesserung der Greifbarkeit der Last
    • Erhöhung der Stabilität der Last

  • Aufgabenbezogene Maßnahmen:

    • Verringerung von Heben und Tragen durch Schub-, Zug-, Gleit- oder Rolltechniken
    • Den Bedarf an manueller Handhabung bei sitzender Tätigkeit verringern
    • Ermöglichen, dass Lasten nahe am Körper gehalten werden können
    • Die Beinmuskeln eher als Arme oder Schultern zum Heben einsetzen
    • Die Häufigkeit von Hebearbeiten begrenzen
    • Ruhepausen anbieten
    • Arbeitsrotation innerhalb von Arbeitsteams einführen

  • Arbeitsumfeldbezogene Maßnahmen:

    • Sichern eines freien Handhabungsplatzes
    • Sicherstellung von ebenem und festem Boden
    • Vermeidung von starken Höhenunterschieden im Arbeitsbereich
    • Installation ausreichender Beleuchtung
    • Bereitstellung einer ausreichend beheizten und belüfteten Arbeitsumgebung

K08.01.10

Beurteilung von Stress bei der Arbeit

Bei der Gefährdungsbeurteilung des arbeitsbedingten Stresses zu berücksichtigende Faktoren

  • Arbeitsinhalt und Arbeitsorganisation:

    • Klarheit der Rolle und Verantwortungen des Beschäftigten
    • Existenz von Rollenkonflikten
    • Abwechslung und Arbeitsinteressen
    • Entwicklung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten
    • Grad der Eigeninitiative
    • Erforderliche technische und intellektuelle Fähigkeiten
    • Vorhandene Einflussmöglichkeiten auf Arbeitsmethoden und –tempo sowie Produktionsverbesserungen
    • Verteilung der Arbeit (Pausen, Rotation, Urlaub, Arbeitsausfälle, befristet Beschäftigte)
    • Wiederholungen von Aufgaben und Arbeitsgängen

  • Bewertung des Arbeiter-Arbeit-Systems:

    • Grad der Planung und Kontrolle der individuellen Arbeit durch die Belegschaft
    • Vorhandensein eines systematischen Selbstevaluationssystems (Bewertungssystems)
    • Beteiligung der Belegschaft am Evaluationssystem

  • Beziehungen:

    • Unternehmenskultur und soziales Klima (Kooperation, verständnisvoller Umgang, gegenseitige Achtung)
    • Konfliktmanagement - Unterstützung bei der Problemlösung (Hierarchie, Kollegen)
    • Kommunikationsniveau mit Kollegen, Management und Außenstellen
    • Qualität der Kommunikation (Freiheit, während der Arbeit über jedes Thema zu kommunizieren, verfügbare Medien (Telefon, E-Mail, usw.)
    • Verfügbarkeit von Sozialeinrichtungen (z.B. Cafeteria, Kantine)

  • Zeitmanagement:

    • Über- und Unterforderung
    • Arbeitszeiten (Überstunden, Urlaub, Pausen)
    • Krankheit und Arbeitsausfälle (und Unternehmenspolitik hierzu)
    • Nachtarbeit
    • Ungewöhnliche Arbeitszeiten/Schichten

  • Berufliche Ungewissheit:

    • Berufliche Entwicklung und Perspektiven für die Zukunft
    • Berufliche Förderung und Entwicklung
    • Arbeitsvertrag und Gehalt

  • Achtung persönlicher Integrität:

    • Belästigung (sexuell und moralisch/persönlich)
    • Gewalttätigkeit (physisch und psychisch)
    • Intoleranz ( Rassismus, Religion )
    • Mobbing, Isolation, unterschiedene Behandlung

  • Allgemeine Arbeitsumgebung:

    • Werkzeuge, Geräte, Arbeitsplätze und Arbeitsflächen
    • Beleuchtung und Lüftung
    • Lärm und Vibrationen
    • Manuelle Lastenhandhabung
    • Gefährdung durch Chemikalien und biologische Gefahrenquellen
    • Hohe oder niedrige Temperatur und Luftfeuchtigkeit

  • Beziehung zwischen Arbeits- und Privatleben
    Fortbildung und Unterstützung:

    • Angebote für Arbeitsanfänger und Subunternehmensmitarbeiter
    • Angebote von Trainings für Personal, deren Arbeit sich verändert hat
    • Angebote von sozialer Unterstützung, Feedback und Förderung

Schlüsselelemente zur Vermeiden und Verringerung von Arbeitsstress

  • Leitungs- und Kommunikationsmaßnahmen:

    • Klarheit der Unternehmensziele
    • Klarheit der individuellen Rollen und Aufgaben
    • Offenheit der belegschaftsrelevanten Prozesse
    • Angebot ausreichender Managementunterstützung für die Einzelnen und Teams
    • Übereinstimmung von Verantwortung und Kontrolle über die Arbeit
    • Verbesserungen der Arbeitsorganisation, Prozesse, Arbeitsbedingungen und -umgebung
    • Durchführung und Erfolg der Gefährdungsbeurteilung

  • Arbeitsorganisation:

    • Adaptation der Arbeit an den Einzelnen
    • Vermeidung sich wiederholender und eintöniger Arbeit
    • Anpassung der Arbeitszeiten an die Bedürfnisse des Einzelnen, wenn möglich

  • Fortbildung und Unterstützung:

    • Training von Vorgesetzten und Beschäftigten, um die Wahrnehmung und das Verständnis für Stress, seine möglichen Ursachen und den Umgang mit ihm zu erhöhen
    • Bereitstellung von wichtigen Informationen und Konsultation von Arbeitnehmern und ihren Vertretern in angemessener Zeit gemäß EU- und nationaler Gesetzgebung, gemeinsamen Vereinbarungen und Praktiken



K08.02

Teil B - Gefährdungsbeurteilungshilfe im Banksektor




K08.02.01

Arbeitssicherheit im Büro

Wenn Sie dachten, dass die Arbeit in einer Büroumgebung völlig sicher ist, denken Sie noch mal nach. Jedes Jahr werden Tausende von Büroangestellten mit Vorfällen und Unfällen konfrontiert, die zu schweren Verletzungen und Berufskrankheiten führen. Alle Risiken können vermieden oder zumindest verringert werden, wenn einige Präventionsmaßnahmen angewandt werden.

Um mit unserem Ansatz effektiv zu sein, ist es notwendig, ein Verständnis der anwendbaren Methoden für die Identifizierung und die Kontrolle von Risiken zu besitzen. Die Grundprinzipien, sowohl für die Unfallverhütung, als auch die Verhinderung von anderen unerwünschten Vorfällen, zielen auf die Minimierung und die Verringerung von Risiken ab. Um das Risiko zu reduzieren, müssen Sie:
  • Die Gefahren (Quellen des Risikos) identifizieren
  • Das Risikoniveau abschätzen, und
  • Das Risiko durch die Durchführung der notwendigen Maßnahmen entfernen oder reduzieren.

Bedenken Sie, dass die Hauptquellen für Unfälle in einer Büroumgebung sind:

  • Schlechte Ordnung und Sauberkeit,
  • Die Verwendung von Leitern und Tritten für das Lagern in der Höhe (Regale, Schränke)
  • Abgenutzte oder rutschige Böden
  • Hindernisse, (Versorgungsleitungen, Kisten, usw.)
  • Treppen und Absätze.
Beispiel:
In einem Bürokorridor werden seit Monaten defekte Stühle und Kisten stehen gelassen. Ist dies eine sichere Umgebung? Welche Unfälle kann solch eine Situation verursachen?

Wir sollten die Tatsache nie vergessen, dass das menschliche Verhalten, z.B. ein gefährliches Verhalten, zu einem Unfall beiträgt oder oft sogar die Hauptursache dafür ist. Einige einfache Schritte, um das Risiko zu verringern, sind:
  • Nie in den Bürokorridoren oder in von vielen anderen Leuten verwendeten Bereichen rennen.
  • Langsam und bedächtig gehen, wenn Sie sich Ecken nähern, an denen die Sicht behindert ist, besonders wenn Sie etwas tragen
  • Sich vergewissern, dass die Notausgänge nicht durch Materialien und Abfall blockiert werden.
  • Das Altpapier und Kartons in die entsprechenden Verwertungsbehälter packen.
  • Sich vergewissern, dass die elektrischen Steckdosen nicht überlastet werden.
  • Niemals Heizgeräte nahe vor Wände oder andere Oberflächen stellen, die eine Überhitzung bewirken könnten.
  • Die Elektrogeräte am Ende des Tages mit dem Hauptschalter ausschalten.
Die Arbeitsumgebung selbst spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unfallverhütung. Unser Arbeitsbereich muss ausgerüstet sein mit ergonomischer Beleuchtung, ausreichender Belüftung, zuträglicher Temperatur und genügend Platz, um die Beschäftigten und die Ausrüstung unterzubringen. Es ist auch wichtig, dass der Lärmpegel am Arbeitsplatz möglichst niedrig ist.

Beispiel:
In einem Bürobereich arbeiten 10 Angestellte, während der Bereich ursprünglich für 7 (Platz, Lüftung, Licht, Anzahl und Größe von Fenstern usw.) entworfen worden ist. In solch einem Fall werden Probleme bezüglich adäquater Belüftung, Temperatur, Lärm und vielleicht Beleuchtung auftreten. Diskutieren und analysieren Sie, wie die Angestellten davon betroffen sein werden.

Wie wir schon diskutiert haben, gibt es eine Vielfalt von Themen, die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz betreffen. Als Mitglied eines Arbeitsteams haben Sie die Pflicht, zur Verringerung des Risikos sowie der Folgeunfälle und anderer unerwünschter Vorfälle beizutragen, die sich in Ihrer Arbeitsumgebung ergeben könnten.

Eine Anzahl von einfachen Präventionsmaßnahmen durchzuführen kann die häufigsten Risiken am Büroarbeitsplatz reduzieren. Deshalb ist es wichtig, einige Zeit damit zu verwenden, die Situation zu beurteilen und Wege zu finden, das Risiko zu reduzieren. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind nicht nur für Ihren persönlichen Erfolg, sondern auch für den Erfolg der Organisation notwendig.

K08.02.02

Einführung in muskulo-skelettale Erkrankungen (MSE), Bildschirmarbeit und manuelle Lastenhandhabung

Die muskulo-skelettale Erkrankungen (MSE) gehören zu den häufigsten arbeitsbezogenen Gesundheitsproblemen in der Europäischen Union. Die Hauptursachen und körperlichen Faktoren, die mit dem Auftreten von MSE in Zusammenhang gebracht werden, sind:

Manuelle Handhabung von Lasten - Sich wiederholende Bewegungen - Schwierige/schlechte Arbeitshaltungen - Die intensive Benutzung der Hände – Körpervibrationen - Körperliche Erschöpfung

MSE können verursacht werden als Folge von übermäßiger Beanspruchung des Muskel-Skelett-Systems, abrupten Bewegungen, die bei der Arbeit geschehen, dem Heben oder sonstigen Umgang mit sehr schweren Lasten und falschen Techniken bei der Ausführung solche Arbeitsaufgaben.

Die Hauptursachen, die zum Auftreten von MSE an Arbeitsplätzen im Banksektor beitragen, sind:

  1. Die sitzende Arbeitshaltung in Verbindung mit der Benutzung von Computerbildschirmen
  2. Die manuelle Handhabung von Lasten

01. Sitzende Arbeitshaltung in Verbindung mit Bildschirmarbeit

Ein Büroarbeitsplatz, der richtig organisiert und eingerichtet wurde, ist in der Lage, das Risiko von ernsten MSE zu reduzieren, das sich sonst als Folge einer falschen Sitzhaltung ergeben kann.

Die Stuhlhöhe sollte auf ein Niveau eingestellt sein, bei dem sich die Unterarme auf derselben Höhe wie die Schreibtischoberfläche befinden. Sie sollten parallel zum Boden angeordnet sein und leicht in Richtung der Tastatur konvergieren. Um dies zu erreichen, kann es sein, dass Sie eine Fußstütze verwenden müssen, damit Ihre Beine einen 90 Grad-Winkel bilden.




Die Rückseite des Stuhls muss leicht in Richtung des Rückens geneigt sein oder einen 90 Grad-Winkel mit der Sitzfläche bilden. Die Rückenlehne des Stuhls hilft bei der Unterstützung der Wirbelsäule.

Der Bildschirm muss in einen Abstand von ungefähr einer Armlänge gestellt werden. Die Höhe des Bildschirms so einstellen, so dass sich der oberste Teil des Bildschirms 4 bis 6 cm unterhalb der Augenebene befindet.

Die räumliche Verteilung des PCs, der Tastatur, der Maus und der Dokumente am Arbeitsplatz muss so sein, dass Sie Bewegungsfreiheit haben und in der Lage sind, Ihre Arme auszuruhen, so dass Sie eine bessere Unterstützung haben, als die ganze Zeit ohne Armablage zu arbeiten. Drücken Sie die Tastaturtasten und die Maus leicht und ohne Kraftanwendung. Ein solches Verhalten ist eine Sache der Gewohnheit.

Damit die Augen nicht ermüden, müssen Sie die Helligkeit und den Kontrast des Bildschirms einstellen. Auch sollten Sie den Bildschirm reinigen zur Verbesserung der Sicht. Wenn nötig, kippen Sie den Bildschirm in Richtung der Vorderseite um die Reflektionen zu reduzieren, die durch intensives Licht oder Spiegelungen erzeugt werden. Die Position des Bildschirms im Raum muss gewährleisten, dass das Sonnenlicht sich nicht auf ihm spiegelt. Wenn dies nicht möglich ist, dann schließen Sie die Vorhänge oder lassen Sie die Rollos herunter und vergrößern Sie die Schriftgröße auf dem Bildschirm, so dass Sie ohne Anstrengung lesen können.

Stellen Sie die Dinge, die Sie häufig brauchen, in einem leicht erreichbaren Abstand auf. Die Tastatur muss direkt vor Ihnen stehen und die Maus auf gleicher Linie daneben. Vermeiden Sie es, den Körper auf die Unterarme und besonders auf die Handgelenke abzustützen. Verwenden Sie, wann immer möglich, einen Dokumentenhalter, Handgelenksauflagen und Fußablagen.

Wenn Sie für längere Zeiten einen Laptopcomputer benutzen, sollten Sie eine Tastatur im Büro haben, die leicht mit dem Laptop verbunden werden kann. Stellen Sie den Laptop auf eine Unterlage, so dass der Bildschirm auf Augenhöhe ist. Die beste Lösung ist es, den Laptop mit einem entsprechenden separaten Bildschirm und einer externen Tastatur zu benutzen.

Organisieren Sie Ihre Arbeit so, dass Sie nicht ununterbrochen vor dem Bildschirm für mehr als 1 ½ -2 Stunden sitzen. Stehen Sie von Ihrem Stuhl auf und gehen Sie einige Schritten in Ihrem Büro herum. Führen Sie auch andere Tätigkeiten aus, wie archivieren, schreiben, Posteingang sichten usw.. Dies hilft dem Muskel-Skelett-System.

Angestellte, die Brillen tragen, sollten ihre Sehkraft wenigstens einmal im Jahr überprüfen lassen (Vorsorgeuntersuchung G37). MitarbeiterInnen, die keine Brille tragen, aber Augen- oder Kopf-schmerzen haben, sollten schnellstens einen Augenarzt aufsuchen.

Erinnern Sie sich:
Für sitzende Bildschirmarbeitsplätze muss Folgendes zu Verfügung gestellt werden:

  • Passender Schreibtisch.
  • Ergonomisch gestalteter Stuhl
  • Strahlungsarmer Bildschirm
  • LeichtgängigeTastatur
  • Adäquate Beleuchtung
  • Ausreichende Belüftung
  • Angenehme Temperatur

02. Manuelle Handhabung

Die manuelle Handhabung von Lasten umfasst den Transport von Kästen, das Aufbewahren von Materialien, das Archivieren und den Transport von Ausrüstung oder sogar das Befüllen des Fax- oder Fotokopiergeräts mit Papier.

Die Krankheiten, die durch falsche Arbeitstechniken bei der manuellen Handhabung von Lasten verursacht werden können, umfassen Wirbelsäulenschäden, Verstauchungen, Zerrungen, Verletzungen, Bänderrisse und sogar Knochenbrüche. Die meisten Leute heben Lasten auf falsche Weise. Dies verursacht eine Belastung des ganzen Muskel-Skelett-Systems und besonders der Wirbelsäule. In vielen Fällen ist nur eine einzige falsch angehobene Last, sogar bei relativ leichtem Gewicht, genug, um einen ernsten Schaden am Muskel-Skelett-System zu verursachen.

Die häufigsten Rücken- und Beckenprobleme, die als Folge schlechten manuellen Hebens von Lasten verursacht werden können, sind Muskelzerrungen, Muskelrisse, sowie Bandscheibenvorfälle und –risse.

Um die oben genannten Probleme zu vermeiden, verwenden Sie, wo immer möglich, entsprechende mechanische Hilfsmittel. Jedes Mal, wenn die Notwendigkeit besteht, etwas hochzuheben, sollten Sie kein unnötiges Risiko eingehen. Schätzen Sie das Gewicht der Last vor dem Versuch es anzuheben.

Beachten Sie bitte die folgenden fünf (5) einfachen Schritte für die sichere manuelle Handhabung von Lasten

  • Schritt 1: Das Heben planen
    Art der Last? Enthält sie zerbrechliche Gegenstände? Wo kann man sich bewegen? Wie hoch muss sie angehoben werden? Das geschätzte Gewicht? Kann sie mit Hilfe von mechanischen Hilfsmitteln bewegt werden? Gibt es Unterstützungsbedarf?

  • Schritt 2: Die richtige Position einnehmen
    Zur Richtung der Bewegung schauen und einen Fuß direkt neben die Last stellen. Behalten Sie genug Abstand zwischen den Füßen, so dass Sie einen guten Stand haben.

  • Schritt 3: Die Knie beugen
    Wenn Sie die Last aus einer tiefen Position hochheben, beugen Sie die Knie und halten sie den Rücken gerade und leicht vorwärts geneigt. Ergreifen Sie die Last mit beiden Händen.

  • Schritt 4: Aufrichten
    Aufstehen und das Gewicht auf die Beine verlagern ohne den Rücken zu beugen.

  • Schritt 5: Bewegung und Absetzen der Last
    Die Last nahe am Körper halten. Langsam und stetig mit gleichförmigen Bewegungen gehen. Sobald Sie den Zielort erreichen, die Last in umgekehrter Reihenfolge nach unten absetzen und dabei aufpassen, dass die Finger und Zehen nicht gequetscht werden.

    Während des Transports der Last sollten keine unnötigen Bewegungen gemacht werden und der Körper nicht verdreht werden.

Wieviel Gewicht kann man heben?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil dies von einer Vielzahl von Faktoren, wie Form und Art der Last, als auch den Fähigkeiten der Person oder der Personen abhängt, die das Heben durchführen.

Grundlegende ergonomische Prinzipien für die manuelle Lastenhandhabung

  • Die Notwendigkeit manueller Handhabung von Lasten reduzieren.
  • Das Gewicht der Lasten reduzieren.
  • Die Häufigkeit der manuellen Lastenhandhabung reduzieren.
  • Mechanisches Hilfsmittel verwenden (Rollwagen, Hebevorrichtungen, Gabelstapler, Aufzüge usw.)
  • Bessere Arbeitsplanung.
  • Verbesserung der Arbeitsumgebung.
  • Die Beschäftigten ausbilden und unterweisen.

K08.02.03

Brandschutz

Das Brandrisiko von Bankgebäuden scheint niedrig zu sein, es sollte aber in keinem Fall vernachlässigt werden.

  • Mögliche Brandquellen

    • Das Rauchen an unerlaubten Stellen.
    • Schlechte Ordnung und unzulängliche Reinigung des Arbeitsplatzes.
    • Beschädigte Ausrüstung (z.B. elektrische Geräten, PCs, elektrische Leitungen)
    • Übermäßige oder fehlerhafte Verwendung von Verteilersteckern und Verlängerungsleitungen.
    • Falsche Verwendung von Kochutensilien und Heizgeräten.
    • Hitzeverursachende Arbeiten am Arbeitsplatz (z.B. Schweißen)
    • Arglistige Handlungen (z.B. Brandstiftung)

  • Das Feuerdreieck

    Damit ein Brand entsteht, müssen die drei folgenden Elemente unter bestimmten Bedingungen und Mengenverhältnissen zusammen auftreten. Welche sind dies?
    • Sauerstoff (die Luft, die wir atmen, enthält 21% Sauerstoff und Feuer braucht nur 16% Sauerstoff um weiter zu brennen).
    • Hitze (Hitze ist die Energie, die benötigt wird, um das Brennmaterial zur Zündung zu bringen - oder eine kritische Masse von Dämpfen zu erzeugen).
    • Brennmaterial (Brennmaterial ist irgendein entflammbares Material, fest, flüssig oder gasförmig, z.B. Papier, Möbel usw.).
Durch die Beseitigung eines oder mehrerer dieser Elemente wird das Feuer gelöscht, oder es entzündet sich erst gar nicht.

  • Präventionsmaßnahmen zur Reduzierung des Brandrisikos

    • Rauchen Sie nur innerhalb der vordefinierten Raucherbereiche und verwenden Sie immer Aschenbecher aus Glas oder Metall.
    • Leeren Sie nie die Aschenbecher in den Büromülleimer.
    • Melden Sie Ihrem Vorgesetzten jede fehlerhafte Ausrüstung oder jede beschädigte elektrische Leitung.
    • Versuchen Sie nie, defekte elektrische Geräte zu reparieren, es sei denn, Sie haben die notwendige Fachkenntnis und Berechtigung, um es zu tun.
    • Überlasten Sie die elektrische Stromversorgung nie durch die Verwendung eines Vielfachadapters.
    • Schalten Sie ein elektrisches oder elektronisches Gerät aus, wenn Sie es nicht benutzen. Lassen Sie es nicht im Standby, es sei denn, es gibt einen guten Grund dafür.
    • Den Arbeitsplatz ordentlich halten und jeden Abfallstoff entfernen.
    • Nie elektrische Kocher in der Nähe von leicht entzündlichen Materialien aufstellen.
    • Lassen Sie Kochutentensilien niemals unbewacht bei angeschalteter Hitze.

  • Nützliche Hinweise:

    • Studieren Sie Ihren Arbeitsplatznotfallplan.
    • Machen Sie sich sowohl mit dem nächsten Notausgang als auch einer Alternativmöglichkeit vertraut.
    • Machen Sie sich mit der Position der Alarmmelder, dem Alarmgeräusch im Falle von Feuer, der Position der Feuerlöscher, und wie man sie benutzt, vertraut.
    • Vergewissern Sie sich, dass Sie sowohl die für den Brandschutz auf Ihrer Etage zuständige Person, als auch den Sammelpunkt außerhalb des Gebäudes kennen.
    • Benutzen Sie niemals die Aufzüge als Fluchtmittel.

  • Typischer Brandalarm- und –evakuierungsplan
    (als Vorlage für die Planung Ihres persönlichen Notfallplans)

    • Wenn der Brand von Ihnen entdeckt wurde:
      • Lösen Sie den Feueralarm aus oder rufen Sie «FEUER».
      • Informieren Sie die Feuerwehr oder die zuständige Person, wenn es eine solche gibt.
      • Versuchen Sie das Feuer zu löschen ohne sich dabei zu gefährden.
      • Wenn der Löschversuch nicht erfolgreich war, verlassen Sie das Gebäude in Richtung des Sammelpunktes.

    • Wenn Sie den Alarm hören:
      • Hören Sie auf zu arbeiten
      • Halten Sie sich nicht damit auf persönliche oder andere Sachen zusammen zu suchen
      • Schließen Sie Fenster und Türen hinter sich
      • Geleiten Sie Besucher zu den Notausgängen ohne Zeit zu verlieren
      • Benutzen Sie nicht die Aufzüge
      • Begeben Sie sich mit Ihren Besuchern zu den Sammelpunkten und melden Sie sich bei der zuständigen Person
      • Gehen Sie niemals zurück ins Gebäude, bis es von der Feuerwehrleitung wieder freigegeben wird
      • Denken Sie daran, dass Sie nicht panisch werden, Lifte benutzen und/oder unnötige Risiken auf sich nehmen

K08.02.04

Stress am Arbeitsplatz / Psychische Belastungen

  • Definition von Stress

    • Stress bei der Arbeit ist die Reaktion, die die Beschäftigten zeigen können, wenn die Arbeitserfordernisse nicht mit ihrem Wissen und ihrer Kompetenz im Einklang stehen. Dies hat Auswirkungen auf ihre Fähigkeiten Probleme zu lösen oder sich auf Arbeitsbedingungen so einzustellen, dass sie effektive und produktive MitarbeiterInnen an ihrem Arbeitsplatz sind.
    • Stress kann zu Gesundheitsproblemen und im Extremfall zu Verletzungen oder Krankheiten führen.
    • Stress ist eine negative emotionale Erfahrung - Reaktion auf unerwünschte Verantwortung und ungewollte Arbeitsbedingungen.
    • Er hängt von der Art ab, wie der Beschäftigte seine Arbeit und seine Verantwortlichkeiten versteht.
    • Er ist mit Änderungen im geistigen und physiologischen Verhalten verbunden - dies hat nicht nur Auswirkungen auf die/den Angestellte(n), sondern auch auf die Organisation/das Unternehmen.
    • Ansätze zur Prävention von Arbeitsplatzstress
    • Primärprävention: Identifikation und Verringerung der Stressquellen am Arbeitsplatz und außerhalb
    • Sekundärprävention: Die Verringerung des Ausmaßes der Wirkungen des Stresses bevor sie zu ernsten Gesundheitsproblemen führen ('Stressmanagement')
    • Tertiärprävention: Angebot von therapeutischen Dienstleistungen für die Angestellten
    • Um Arbeitsplatzstress besser verstehen zu können, werden die Symptome eines/r Beschäftigten unter Stressbedingungen im Folgenden beschrieben. Die Symptome sind leicht identifizierbar.

  • Stresssymptome

    • a ) physiologisch-körperlich
      Brustschmerzen, häufige Erkältungen/Grippe, Muskelschmerzen (Nacken und Rücken), Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüche, Apathie, Bewußtseinsstörungen, Durchfall oder Verstopfung, verringerte Libido, starke oder anhaltende Müdigkeitsgefühle, Verdauungsstörungen, schnelles Ermüden, nervöse Zuckungen, häufige Krämpfe und Muskelzuckungen, Kopfschmerzen, Migräne, Koliken und Geschwüre, (Menstruations-)Zyklusbeschwerden, Juckreiz, Erschrecken und Ängstlichkeit, verringerte Körpertemperatur in Händen und Füßen und Gewichtsverlust.

    • b ) geistig
      Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwund, Verwirrung, Verlust des Sinns für Humor, Blackout-Syndrom, Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Unfähigkeit, eine Aufgabe zu beenden, verminderte Effizienz.

    • c ) Verhalten
      Alkoholismus, neurotisches Verhalten (z. B. Nagelkauen, Haarkauen), Zerbrechen von Gegenständen, Weinen, Überempfindlichkeit gegenüber Kollegen, Klaustrophobie, hypochondrische Anfälle, Unfallneigung, Medikamentenabhängigkeit, Eheprobleme, dauerhafte Gestörtheit, lautes Verhalten und Brüllen, unangemessenes Verhalten und Beschimpfungen, physische Gewalt, völliger oder teilweiser Kontrollverlust, Interesselosigkeit, unvorhersehbare Stimmungsschwankungen, extremer Optimismus/Pessimismus, erhöhte Fehlzeiten, Vernachlässigung der äußeren Erscheinung, extremer Appetit oder Appetitverlust, erhöhter Koffeinkonsum, Unfähigkeit die alltäglichen Probleme zu bewältigen

    • d ) emotional – psychologisch
      Überempfindlichkeit gegenüber anderen, Ärger (echter oder unterdrückter), Depressionen, Gefühl von Hilflosigkeit, pessimistische Haltung, Enttäuschung, Resignation, dauerhafte und undefinierbare Ängste, Gefühl von Schuld oder Scham, Unfähigkeit Gefühle auszudrücken, Persönlichkeitsstörungen, Verlust des Lebensmutes, Zukunftsängste, Paranoia und Gefühle von Einsamkeit, Fehlerhaftigkeit, Feindseligkeit und Inkompetenz.

      Nicht alle der oben genannten Symptome werden bei einer Person unter Stress auftreten, aber einige schon, je nach der jeweiligen inneren Widerstandsfähigkeit der Person und der Art, wie die Person die Intensität des Stresses erlebt.

  • Beispiele für Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz

    • Widersprüchlichkeiten oder Asymmetrie zwischen Verantwortung und Entscheidungsbefugnis
    • Verworrene Anweisungen und Rolle: z.B. ein Abteilungsleiter, der einen Angestellten darum bittet, sich zu vergewissern, dass eine bestimmte Anleihe einem Kunden angeboten wird
    • Diskriminierung und schlechte Behandlung von Angestellten und Kunden, Unfähigkeit: z.B. Übernahme von Arbeiten, die nicht mit der Kompetenz des Angestellten vereinbar ist
    • Fehler, die zu finanziellen Verlusten führen, z.B. verlustreiche Anleihen
    • Verworrene organisatorische und persönliche Ziele.
    • Mangel an Wertschätzung oder Auszeichnung: Das Fehlen eines Gehaltszuschlags für eine außergewöhnliche Leistung z.B. schafft das Gefühl, dass die ganze Anstrengung nichts Wert oder ausreichend war.
    • Das Eingrenzen des Umfangs der Tätigkeiten: z.B. der Manager delegiert die Arbeit an einen Angestellten, schränkt aber die Möglichkeiten des Angestellten dabei unabhängig zu handeln ein. Der Manager entscheidet, wie die Arbeit ausgeführt werden soll.

  • Belastende Arbeitsfaktoren - Arbeitsinhalte

    • Arbeitsumgebung und –ausrüstung
      Probleme mit der Bereitstellung, Zuverlässigkeit, Anpassung und Instandhaltung von Ausstattungsgeräten und Infrastruktur z.B. schlechte Qualität der Bildschirme oder Software, die den Arbeitsanforderungen nicht angemessen ist. Mögliche Maßnahmen: Die verantwortlichen Personen über Schwierigkeiten informieren und um die notwendigen Korrekturmaßnahmen bitten

    • Verteilung von Verantwortung
      Mangel an Arbeitsbereicherung, kurze Durchlaufzeiten, isolierte Arbeitsverantwortung, Arbeit mit niedrigem Ansehen oder mit beschränkter Anwendung von Fachkenntnis, Arbeitsunsicherheit. Mögliche Maßnahmen: Angebot von Job-Rotation, Versetzung in eine andere Abteilung, oder eine bessere Kombination von Verantwortung, um die ausgeführte Arbeit zu bereichern.

    • Belastung und Arbeitstempo
      Übermäßige Arbeitsbelastung, Mangel an Arbeit, Mangel an Kontrolle über das Arbeitstempo, Zeitdruck. Mögliche Maßnahme: Vorschlag zur Verteilung der Verantwortlichkeiten entsprechend der Erfahrung und Kompetenzen. Angemessene Zeit für die Fertigstellung der Arbeit ohne strenge Zeitlimits zur Verfügung stellen.

    • Organisation und Unternehmenskultur
      Mangel an Kommunikation, Mangel an Unterstützung für die Lösung von Problemen und die Entwicklung der Angestellten, Mangel an definierten Unternehmenszielen, spezielle Probleme: z.B. Mobbing, Belästigung, alternde Belegschaft. Mögliche Maßnahmen: Diskussion der Angelegenheiten bei Arbeitssicherheitsausschusssitzungen oder anderen Sitzungen der Leitung mit den Beschäftigten

    • Berufliche Verantwortung und Rolle
      Nicht eindeutig definierte oder unvereinbare Rolle und Verantwortlichkeiten am Arbeitsplatz, Verantwortung für andere Personen. Mögliche Maßnahmen: eindeutig definierte Rolle und Verantwortung.

    • Karriereentwicklung
      Berufliche Stagnation oder Unsicherheit, Beförderung in eine Position, die nicht mit der Kompetenz des/der Angestellten übereinstimmt, Arbeit mit niedrigem sozialem Ansehen. Mögliche Maßnahme: Ausbildung für das Hinzugewinnen von neuen Kompetenzen, Arbeitsbereicherung, Arbeitsausweitung, Änderung der Arbeitsbezeichnung.

    • Kontrollumfang
      Nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden sein, Mangel an Kontrolle über die ausgeführte Arbeit. Mögliche Maßnahme: Beteiligung an Entscheidungsprozessen für die Arbeitsorganisation der einfordern.

    • Zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz
      Soziale oder physische Isolation, schlechte oder nicht vorhandene Beziehungen zur Leitung, zwischenmenschliche Konflikte, Mangel an sozialer Unterstützung. Mögliche Maßnahme: Monatliche Treffen mit Kollegen für das Erörtern von gemeinsamen Angelegenheiten außerhalb der Arbeitsthemen. An Veranstaltungen teilnehmen und neue Beziehungen aufbauen (Freunde, Diskussionsrunden)

    • Wechselwirkungen von Familien- und Berufsleben
      Widerstreitende Erfordernisse des Berufs- und Familienlebens, Mangel an Unterstützung durch die Familie, Schwierigkeiten, die sich aus der Berufstätigkeit beider Partner oder einer Alleinerziehendensituation ergeben. Mögliche Maßnahmen: Zeitmanagement, Verteilung von Rollen und Verantwortungen

  • Umgangsstrategien für Stress
    Die Effizienz des Stressmanagements hängt von der Art der Belastungsfaktoren, dem Stresserleben und dem Widerstandspotential des/der einzelnen Beschäftigten, wie auch von der Arbeitsumgebung ab.

    Die persönlichen Versuche mit Stress zurechtzukommen sind im Allgemeinen unzulänglich im Vergleich zu Lösungsansätzen auf Team- oder Organisationsebene. Es muss beachtet werden, dass einzelne Personen meist nur wenig oder keinen Einfluss auf Stressursachen haben.

K08.02.05

Gefährdungsbeurteilungsformular






TRIA Project ::: Entwicklung von Fortbildungsmodulen zur Abschätzung von Risiken am Arbeitsplatz