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Modul 00
TRAININGSMATERIAL FÜR DIE GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG EINFÜHRUNGSMODUL
Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung
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In kleinen Arbeitsbereichen ist es möglich, die Gefährdungsbeurteilung als einzelnen, einfachen Vorgang durchzuführen, während es in größeren Organisationen nötig sein wird, die Analyse in handhabbare Einheiten aufzuteilen. Diese Aufteilung in Untereinheiten kann auf folgendem basieren:
- Prozesse oder Aktivitäten
- Abteilungen oder Sektoren
- erbrachte Leistungen.
Wenn dieser Ansatz befolgt wird, sollten Aspekte, die für alle Untereinheiten zutreffen (z.B. elektrische Gefahren, Feuerschutz) gemeinsam beurteilt werden.
Die Informationen im folgenden Kapitel dienen dazu den Benutzer dieses Trainingsmoduls mit einigen Grundregeln und Techniken für die Beurteilung der Risiken an ihrem Arbeitsplatz vertraut zu machen: z.B. für die Entscheidung, ob ein Risiko signifikant ist oder nicht, und ob ein Bedarf an zusätzlichen Schutzmaßnahmen besteht. Der 5-Schritte-Ansatz, der hier dargestellt wird, ist eine strukturierte Methode, die Arbeitgeber, Selbständige und Arbeitnehmervertreter in die Lage versetzen soll, die Risiken am Arbeitsplatz beurteilen zu können. Obwohl die dargestellten Prinzipien universell sind, ist die Methodik vor allem für kleine und mittlere Unternehmen geeignet.
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M00.04.01
Der 5-Schritte-AnsatzM00.04.01.01 Schritt 1: Identifikation der Gefährdungen
In diesem Schritt ist es notwendig, zu identifizieren, was möglicherweise Gesundheitsbeeinträchtigungen verursachen kann. Dafür ist es notwendig eine Dokumentenprüfung durchzuführen und Zeit im Betrieb zu verbringen. Hier sind einige grundlegende Schritte:
Während der Dokumentenprüfung sammeln Sie Informationen und Nachweise, wie:
- Bereits durchgeführte Gefährdungsbeurteilungen, wenn vorhanden
- Betriebs- und Arbeitsanweisungen, die Sicherheits- und Gesundheitsaspekte berücksichtigen sollten, sowie die jeweiligen Risiken und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen
- Die Arbeitsaufgaben, die durchgeführt werden (z.B. Prozesse, Dauer, Ort)
- Die Arbeitsausrüstung, Materialen und Stoffe, die benutzt werden sammeln Sie die Sicherheitsdatenblätter für chemische Substanzen (sie beinhalten die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen). Wenn keine Dokumente vorhanden sind, bitten Sie den Hersteller und Lieferanten, Sie mit den nötigen Informationen zu versorgen, so dass ihr Produkt auf sichere Weise benutzt werden kann.
- Die existierenden Sicherheitshandbücher (wenn vorhanden) oder Listen mit Sicherheitsregeln, die den Arbeitnehmern mitgeteilt wurden.
- Die Häufigkeit und Angemessenheit der Arbeitschutztrainings (Unterweisungen) für die Beschäftigten.
- Die rechtlichen und sonstigen Anforderungen bezüglich des Arbeitsbereichs.
- Die Aufzeichnungen der Unfälle/Beinaheunfälle und Berufskrankheiten
Während der Begehung:
- Gehen Sie durch den Arbeitsbereich und suchen Sie nach möglichen Gefahrenquellen. Es ist notwendig, Zeit an den Arbeitsplätzen zu verbringen, um zu sehen, wie die Arbeit in der Realität durchgeführt wird (im Gegensatz dazu, wie sie durchgeführt werden sollte)
- Beobachten Sie die Arbeitstechniken, aber berücksichtigen Sie dabei, dass die Arbeiter häufig ihr Verhalten ändern, wenn sie beobachtet werden.
- Befragen Sie die Arbeitnehmer und ihre Vertreter, weil diese die Arbeitsvorgänge gewöhnt sind und möglicherweise Dinge entdeckt haben, die nicht offensichtlich sind.
- Prüfen Sie die Arbeitsumgebung
- Beobachten Sie äußere Faktoren, die Einfluss auf den Arbeitsplatz haben könnten (z.B. Tätigkeiten durchgeführt von Subunternehmen, Wetter-bedingungen)
Obwohl die Arbeitsplatzgefahren direkt mit den Branchentätigkeiten zusammenhängen und nicht alle von ihnen an jedem Arbeitsplatz bestehen, können die Informationen in der Tabelle in Abschnitt 2.1 als anfängliche übersichtsartige Checkliste benutzt werden. Diese Liste kann in Abhängigkeit von den spezifischen Arbeitsplatzbedingungen verändert werden.
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M00.04.01.02 Schritt 2: Identifikation von gefährdeten Personen und deren Verletzungsrisiko
In diesem Schritt müssen alle diejenigen, die durch Arbeitsaktivitäten gefährdet werden, sowohl Arbeitnehmer als auch andere Personen, identifiziert werden. Die verschiedenen Kategorien von Personen, die berücksichtigt werden müssen, sind:
Produktionsarbeiter, Wartungstechniker, Verwaltungsangestellte, Sicherheitsfachkräfte, Reinigungspersonal, Auslieferungsfahrer, Handelsvertreter, Beschäftigte von Subunternehmen, befristet Beschäftigte, Kunden und sonstige Personen.
Besondere Berücksichtigung sollten finden:
- Junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmer mit geringer Erfahrung
- Schwangere oder stillende Mütter
- Behinderte Arbeitnehmer
- Arbeitnehmer mit Nacht- oder Wochenendschichten
- Arbeitnehmer, die alleine oder an Einzelarbeitsplätzen arbeiten
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M00.04.01.03 Schritt 3: Abschätzung der Risiken und Entscheidung, ob vorhandene Sicherheitsmaßnahmen ausreichen
Alle identifizierten Gefährdungen können nicht sofort beseitigt werden, deshalb sollte die Gesamtheit der Risiken abgeschätzt werden, bevor entschieden wird, welche Maßnahmen vom Management ergriffen werden sollten und bevor die Prioritäten der Aktivitäten festgelegt werden.
Die Größe eines Risikos hängt von der Kombination zweier Faktoren ab:
- Wahrscheinlichkeit: Je häufiger oder je wahrscheinlicher es ist, dass ein gesundheitsbeeinträchtigender Vorfall passiert, desto größer das Risiko. Bei der Abschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Vorfalls sollte man die folgenden Fragen beantworten:
- Wie oft treten Situationen auf, in denen ein Unfall möglich ist?
- Was sind die Faktoren, die zu der Situation beitragen?
- Folgen (die Schwere des Schadens): Je größer der Schaden ist, wenn ein schädigendes Ereignis passiert, desto größer das Risiko. Wenn die Schwere der Schädigung abgeschätzt wird, sollten folgende Fragen beantwortet werden:
- Was könnte ein typischer Unfall bewirken?
- Was ist der schlimmste Fall, der vernünftigerweise vorhersehbar ist?
- Auf wie viele Arbeitnehmer, Kunden, Dritte und Produkte könnte der Unfall und seine Folgen Auswirkungen haben?
- Was sind die indirekten Folgen eines Unfalls?
Es gibt unterschiedliche Methoden, das Risiko zu beurteilen, wenn eine Gefahr identifiziert wurde. Eine der einfachsten Methoden ist die Einstufung von Wahrscheinlichkeit und Schwere der Beeinträchtigung durch Bildung einer Matrix, die zu einer Bewertungszahl für das Risiko führt, gemäß der Formel:
Risiko = Wahrscheinlichkeit x Schwere der Folgen
Die Matrix kann so viele Stufen beinhalten, wie man will. Meistens werden drei, fünf oder sieben Abstufungen verwendet (das bedeutet, drei, fünf oder sieben Abstufungen für jeden der beiden Faktoren). Für das vorliegende Trainingsmodul wurde eine Dreischrittmatrix angewandt, in der die Abstufungen von Wahrscheinlichkeit und Schwere der Auswirkungen wie folgt sind:
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Wahrscheinlichkeit der schädlichen Wirkung
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Einschätzung
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Kategorie
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Erklärung
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1
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Unwahrscheinlich
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Es wird nicht erwartet, dass das Schadensereignis während des ganzen Berufslebens eines Beschäftigten auftritt (das Ereignis tritt durchschnittlich alle 100-1000 Jahre auf) |
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2
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Möglich
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Das schädliche Ereignis kann an irgendeinem Zeitpunkt während des Berufslebens eines Beschäftigten auftreten (durchschnittlich alle 10-100 Jahre) |
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3
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Häufig
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Das Schadensereignis kann wiederholt während des Berufslebens eines Beschäftigten auftreten (durchschnittlich alle 1-10 Jahre) |
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Schweregrad der Folgen
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Einschätzung
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Kategorie
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Erklärung
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1
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Geringfügiger Schaden
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Unfälle und Krankheiten, die mit dem schädigenden Ereignis zusammenhängen, verursachen kein länger andauerndes Leiden, und möglicherweise sind Erste Hilfe Maßnahmen ausreichend (z.B. kleine Kratzer, Augen-reizungen, zeitweilige Kopfschmerzen, zeitweilige Schmerzen usw. ) |
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2
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Mäßiger Schaden
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Unfälle und Krankheiten, die mit dem schädigenden Ereignis verbunden sind, verursachen länger andauernde oder periodisch wieder auftretende Leiden, wie Wunden, Verbrennungen 2. Grades auf einer beschränkten Körperoberfläche, Allergien, und haben mehr als einen Arbeitsunfähigkeitstag zur Folge. |
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3
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Schwerer Schaden
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Unfälle und Krankheiten, die mit dem Schadensereignis verbunden sind, verursachen ernste oder dauerhafte Leiden, wie Verbrennungen 2. Grades auf großen Körperflächen, Verbrennungen 3. Grades, Behinderungen, die zu mehreren Tagen Arbeitsunfähigkeit bis hin zum Tod führen |
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Dann sieht die Risikobeurteilungsmatrix so aus:
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Risikobeurteilungsmatrix
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Wahrscheinlichkeit
der Beeinträchtigung
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Schweregrad der Folgen
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Geringfügiger Schaden
(1)
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Mäßiger Schaden
(2)
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Schwerwiegender Schaden
(3)
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Unwahrscheinlich (1)
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Niedrig
(1)
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Niedrig
(2)
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Mittel
(3)
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Möglich (2)
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Niedrig
(2)
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Mittel
(4)
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Hoch
(6)
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Häufig (3)
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Mittel
(3)
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Hoch
(6)
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Sehr hoch
(9)
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Die Risikoeinschätzung sieht folgendermaßen aus :
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Risikobewertung
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Einschätzung
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Kategorie
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Erklärung
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1, 2
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Niedrig
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Es gibt keinen Grund zum Handeln, das Risiko ist akzeptabel, aber es ist notwendig, sicherzustellen, dass es auf demselben Niveau bleibt |
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3, 4
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Mittel
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Aktivitäten, um das Risikoniveau zu reduzieren, sind erforderlich und müssen geplant werden. Nach der Umsetzung der Maßnahmen ist eine Neubewertung des Risikos notwendig |
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6 bis 9
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Hoch/sehr hoch
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Das Risiko ist unannehmbar, und Maßnahmen, um es zu reduzieren, müssen sofort ergriffen werden. Die arbeitsbezogenen Tätigkeiten sollten nicht vor der Durchführung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen wieder beginnen |
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Für den Fall des "mittleren Risikos" kann sich der Bedarf nach einer Prioritätensetzung bei den Maßnahmen ergeben. Dann muss die Anzahl von betroffenen Personen in Betracht gezogen werden, und die folgende Skala kann benutzt werden:
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Anzahl von betroffenen Personen
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Bewertung
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1
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1
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2-5
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2
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6-10
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3
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Mehr als 10
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4
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Mehr als 20
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5
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Je höher der Wert der Multiplikation von Risikowert x Personenwert ist, desto dringender ist die Notwendigkeit für unmittelbare Maßnahmen.
Die Hauptvorteile einer Risikobewertung durch die Verwendung einer Matrix des obigen Typs sind:
- Sie berücksichtigt sowohl Schwere als auch Wahrscheinlichkeit des Schadens
- Sie ist einfach, leicht anzuwenden und relativ objektiv.
- Sie hilft dabei, Prioritäten für Verbesserungsmaßnahmen zu finden.
Dagegen sind einige Nachteile im Folgenden dargestellt:
- Die Anwendung auf jede Gefährdung in Verbindung mit jeder Aktivität kann zeitaufwändig sein.
- Vielleicht wird mehr Zeit darauf verwendet, die zugehörigen Einstufungen durchzuführen, als die Effektivität der Kontrollen abzuschätzen.
- Einige schnelle und einfache Methoden zur Kontrolle der so genannten niedrigen Risiken könnten übersehen werden, weil die Aufmerksamkeit auf höher eingestufte Risiken konzentriert wird.
Es gibt verschiedene sehr viel anspruchvollere Ansätze für die Gefährdungs-beurteilung, wie die HAZOP, die Fehlerart- und effektanalyse, die Ereignisbaum- und Fehlerbaumanalyse. Jedoch benötigt die Anwendung dieser Ansätze Spezialwissen, kann nur von Experten durchgeführt werden und ist außerhalb des Anwendungs¬bereichs dieses Trainingskurses.
Für den Fall, dass eine Gefahr nicht beseitigt werden kann, ist es wichtig alle Maßnahmen zu ergreifen, so dass das damit verbundene Risiko so gering wie möglich ist. Deshalb muss die o.g. Beurteilungsmethode die Präventionsmaßnahmen, die schon existieren sowie deren Effektivität berücksichtigen. Elektrischer Strom ist z.B. eine signifikante Gefährdung, weil er Menschen töten kann. (Schweregrad der Konsequenzen = 3), aber die Eintrittswahrscheinlichkeit ist in einer Büroumgebung, wo (bei Existenz von Präventionsmaßnahmen) stromführende Komponenten isoliert sind und Metallgehäuse geerdet, sehr gering. (Wahrscheinlichkeitsrate < 1)
Auf der anderen Seite kann die Wahrscheinlichkeit eines Unfalles als Stufe 3 und das verbundene Risiko als sehr hoch eingeschätzt werden, wenn es beschädigte Kabel und Stecker gibt, durch das Zusammenstecken von mehreren Kabeln in einen einzigen Mehrfachstecker, der mit einer Hauptsteckdose verbunden ist („Oktopus“), oder wenn zum Abziehen eines Netzkabels am Kabel selbst anstatt am Stecker gezogen wurde.
Die Verwendung einer Checkliste, die alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen enthält, die vorhanden sein müssen, ist ein sinnvolles Hilfsmittel besonders für Leute, die die Gefährdungsbeurteilung an ihrem Arbeitsplatz durchführen wollen, aber nicht über langjährige Erfahrungen verfügen. Je vollständiger solch eine Checkliste ist, desto detaillierter wird auch die Gefährdungsbeurteilung sein.
Bei jeder Aktivität / jedem Prozess gibt es sowohl allgemeine als auch dynamische Risiken. Allgemein sind solche Risiken, die mit den normalen Gefährdungen der spezifischen Aktivität/ des Prozesses verbunden sind und für die es Sicherheits¬maß-nah¬men gibt, die normalerweise angewendet werden (z.B. elektrische Sicherheit, Brandschutz). Diese Schutzmaßnahmen können in den Sicherheitshandbüchern und Betriebsanweisungen gefunden werden. Die Abschätzung der Angemessenheit der Schutzmaßnahmen vor Ort ist in diesen Fällen relativ einfach und eine allgemeine Checkliste kann dazu verwendet werden. Auf der anderen Seite gibt es immer dynamische Risiken, die von den Besonderheiten jedes Arbeitsplatzes, der Mentalität der Arbeitnehmer, des Verhältnisses des Managements gegenüber dem Arbeitsschutz, etc. abhängen. Die Abschätzung der Wirksamkeit existierender Vorsorgemaßnahmen ist in diesen Fällen schwieriger und erfordert ein ausgezeichnetes Wissen über den Arbeitsbereich, der beurteilt wird.
Es ist wert, hervorgehoben zu werden, dass, obwohl die Abschätzung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen ein integraler Teil der Gefährdungsbeurteilung ist, dies in einigen Firmen/Organisationen übersehen wird, die sich auf die Identifizierung von Risiken konzentrieren. ohne zu prüfen ob die angestrebten Sicherheitsmaßnahmen wirklich umgesetzt und wirksam sind. Um genau dieses Prinzip zu erläutern, lassen Sie uns auf das Beispiel aus Abschnitt 2.1 zurückkommen:
Die Gefahr:
herunterfallende Objekte von dem Dach eines Gebäudes.
In der Gefährdungsbeurteilung ist die obige Gefährdung festgestellt worden und in Schritt 3 muss nun die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen bewertet werden um das damit verbundene Risiko abzuschätzen. Dieser Vorgang muss dann folgende Fakten berücksichtigen:
- Ob Absperrungen und/oder Warnsignale auf dem Boden angebracht waren und beachtet wurden
- Ob Werkzeugsicherungsleinen, die den Arbeitern auf dem Dach zur Verfügung gestellt wurden, wirklich benutzt werden
- Ob die Arbeiter auf dem Boden Helme tragen, wie sie instruiert wurden
Es ist klar, dass, wenn Schutzmaßnahmen getroffen wurden, aber nicht beachtet werden, ihre Wirksamkeit minimal ist und die mit der Gefahr verbundenen Risiken entsprechend groß werden (dynamische Risiken).
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M00.04.01.04 Schritt 4: Dokumentation von Ergebnissen und Präventionsmaßnahmen
Alle Befunde der Gefährdungsbeurteilung müssen in einer systematischen, einfach verfolgbaren und überprüfbaren Weise dokumentiert werden. Ein Standardformular für alle Gefährdungsbeurteilungen eines Arbeitsbereiches muss entworfen werden. Auf diese Weise sind die verschiedenen Befunde direkt vergleichbar und können für eine spätere Bezugnahme verwendet werden. Solch ein Formular kann auch als Erinnerungshilfe verwendet werden, um besondere Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen im Auge zu behalten. Ein Standardformular, genannt "Gefährdungsbeurteilungs-Hilfe" ist in Abschnitt 4.3 des vorliegenden Ausbildungsmoduls enthalten.
Sobald die identifizierten Gefahren und bestehenden Präventionsmaßnahmen aufgenommen wurden und die Wirksamkeit der Maßnahmen bewertet und festgehalten wurde, muss über zusätzliche Vorsorgemaßnahmen entschieden werden. Dabei müssen die die Präventionsprioritäten der EU-Richtlinie 89/391/EWG berücksichtigt werden, die in Abschnitt 4.2 genannt werden. Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen müssen dokumentiert und mit einem voraussichtlichen Umsetzungstermin versehen werden. Die Ermittlung des Bedarfs an bestimmten zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen bei fehlender Umsetzung von Maßnahmen aus der Vergangenheit ist absolut nutzlos. Deshalb muss eine für die Realisierung der neuen Präventionsmaßnahmen verantwortliche Person ausgewählt werden, und ein vernünftiger Umsetzungstermin muss festgelegt werden. Die Auswertung der Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen wird erwartungsgemäß während des Überprüfungsprozesses (Stufe 5) stattfinden.
Die ganzen festgehaltenen Informationen sollten gespeichert werden. Falls mehr als 5 Menschen beschäftigt werden, ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, eine vollständige Dokumentation anzulegen, die inhaltlich die identifizierten Gefahren, das durchführende Personal, die Ergebnisse der Durchführung, die Sicherheitsmaßnahmen, die veranlasst wurden und die Personen, die gefährdet sind enthält. Eine solche Aufzeichnung muss im Fall von Inspektionen den zuständigen Behörden vorgelegt werden.
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M00.04.01.05 Schritt 5: Überprüfung und Überarbeitung der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung
Die Gefährdungsbeurteilung sollte kein statischer Prozess, ein Schnappschuss einer Situation, sein. Sie muss zu einem Aktionsplan von Präventionsmaßnahmen führen. Beides, die Beurteilung und der Maßnahmenplan müssen regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen immer noch wirksam funktionieren. Ansonsten ist die Wirkung der Beurteilung auf die Qualität der Arbeitsbedingungen minimal. Um neue Gefahren zu berücksichtigen ist die Überarbeitung der Gefährdungsbeurteilung auch erforderlich, wenn:
- Neue Maschinen eingesetzt werden
- Neue Prozesse/Tätigkeiten am Arbeitsplatz eingeführt werden
- Neue Substanzen benutzt werden
- Die Arbeitsumgebung (z.B. Platz, Belüftung, Böden) sich wesentlich verändert hat
- Die Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitsschichten, Zuständigkeiten) sich bedeutend geändert haben
- Es irgendeine andere bedeutsame Änderung gibt
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M00.04.02 Prioritäten bei der Prävention
Die Rahmenrichtlinie 89/391/EWG legt die allgemeinen Prinzipien der Prävention fest. Diese müssen bei der Entscheidung berücksichtigt werden, wie man mit einer erkannten Gefährdung umgeht. Die folgenden Schritte werden in der Reihenfolge dieser Prioritäten wiedergegeben:
- Das Risiko vermeiden
- Das Risiko beurteilen, das nicht vermieden werden kann
- Die Risiken an der Quelle bekämpfen
- Die Arbeit an die Person anpassen, besonders bei Angelegenheiten des Arbeitsplatzentwurfes, der Auswahl der Arbeitsausrüstung und der Arbeits- und Produktionsmethoden. Dies hat zum Ziel, eintönige Arbeiten und Arbeiten mit vorgegebenem Arbeitstempo zu vermeiden
- Sich dem technischen Fortschritt anpassen
- Gefährliches durch ungefährliches oder das am wenigsten gefährliche ersetzen
- Eine schlüssige, allgemeine Präventionspolitik entwickeln, die Technik, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und den Einfluss von Faktoren der Arbeitsumgebung umfasst
- Kollektiven Schutzmaßnahmen Priorität über persönliche Schutzmaßnahmen geben. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) sollte als letztes Mittel betrachtet werden
- Den Beschäftigten angemessene Anweisungen geben
Wie aus der obigen Liste ersichtlich ist, ist das Grundprinzip des Arbeitsschutzes, dass Risiken beseitigt werden müssen, wenn dies technisch möglich ist. Infolgedessen sollte es nicht Ziel der Gefährdungsbeurteilung sein zu entscheiden, ob bestimmte Risiken tragbar sind oder nicht, sondern sie, wo immer möglich, auszuschalten und nur solche Risiken zu bewerten, die sich zum Zeitpunkt der Durchführung nicht vermeiden lassen. Weiterhin sollten vorhandene Bestimmungen als Mindeststandards behandelt werden, die befolgt werden müssen. Man muss außerdem überprüfen, ob angemessene Lösungen für alle nachgewiesenen Risiken gefunden worden sind, auch wenn die Normen nicht ausdrücklich diese besonderen Lösungen vorschreiben.
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M00.04.03 Ein Hilfsmittel für die Gefährdungsbeurteilung
Die folgende Tabelle stellt ein Standardformular dar, das für die Aufnahme aller Befunde einer Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz verwendet werden kann. Dieses Hilfsmittel könnte in Verbindung mit einer detaillierten Checkliste benutzt werden, um sich zu vergewissern, dass keine bedeutsame Gefahr übersehen worden ist und alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen veranlasst worden sind.
Der Gefährdungsbeurteilungsbogen muss von der Person ausgefüllt werden, die die Beurteilung durchführt. Im allgemeinen Informationsteil müssen das Datum und die Abschnitte oder Tätigkeiten notiert werden, die beurteilt worden sind. Der Hauptteil des Formulars soll während der Durchführung der Analyse ausgefüllt werden. Sobald eine Gefahr identifiziert ist, müssen ihre Quelle, die Mitarbeiter, die von der bestimmten Gefahr betroffen sein könnten, die möglichen Schäden und die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen im Formular protokolliert werden. Diese Informationen bilden die Grundlage der Bewertung, die dann folgt. Danach wird durch Verwendung der Risikobeurteilungsmatrix in Abschnitt 4.1.3 der eventuelle Handlungsbedarf identifiziert. Wenn es einen Bedarf nach Maßnahmen gibt, dann müssen diese genannt werden und eine verantwortliche Person muss sicherzustellen, dass die dokumentierten Aktivitäten durchgeführt werden. Natürlich ist der Gefährdungsbeurteilungsprozess nur dann nützlich und präventionsfördernd, wenn die weiteren Sicherheitsmaßnahmen, die identifiziert wurden, innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes entsprechend ihrer Komplexität und dem Gefahr-Risiko-Verhältnis umgesetzt werden. Deshalb muss ein vorläufiges Datum für die Realisierung der notwendigen Maßnahmen angegeben und als verbindlich betrachtet werden.
Wie schon erwähnt, bildet eine detaillierte Prüfliste ein nützliches Werkzeug für die Identifizierung der Gefahren. Deshalb wird jedes der Branchen-Module, die im Rahmen dieses Projektes entwickelt werden, entweder eine umfassende Checkliste oder eine pro Tätigkeit im jeweiligen Sektor enthalten. Ein "Gefahrenkatalog“ mit allen Hauptgefahren und den jeweiligen Vorsorgemaßnahmen wird außerdem zur direkten Benutzung für Personen enthalten sein, die die Risiken an ihrem Arbeitsplatz abschätzen möchten.
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