M06.01.01
Ziel und Struktur des Ausbildungsmoduls
Ziel des vorliegenden Moduls ist die Ausbildung der Beschäftigten einer Kraftfahrzeug-reparaturwerkstatt in der Identifizierung der mit ihren Arbeiten verbundenen Hauptgefahren und der Entwicklung von präventiven "Sicherheitsmaßnahmen" für eine sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsumgebung.
Das Modul zeigt die verschiedenen Gefahren bei den Haupttätigkeiten, die in einer Kfz-Reparaturwerkstatt stattfinden. Dabei wird die die Hauptkategorisierung der Gefahren folgendermaßen vorgenommen:
- Elektrische Gefahren: Verletzungen durch elektrische Schläge in Werkstätten treten hauptsächlich aufgrund schlechter elektrischer Standards, nicht ausreichender elektrischer Installationen, falscher Ausrüstung, und mangelnder Inspektion und Instandhaltung auf.
Elektrische Gefahren können in allen Abteilungen einer Kraftfahrzeug;reparaturwerkstatt auftreten und entweder zu, manchmal sogar tödlichen, elektrischen Schlägen beim Bedienpersonal führen oder als Zündquelle (Funken) wirken, die zu Bränden und Explosionen führen kann.
- Mechanische Gefahren: Diese sind mit der Verwendung mechanischer Ausrüstung bei Arbeiten, wie Heben, Räderausrichtung und Auswuchten, Trennen und Schweißen, Verwendung von Pressluft, usw., verbunden. Die Folgen der mechanischen Gefahren variieren von kleinen Verletzungen bis zu tödlichen Unfällen. Regelmäßige Instandhaltung der mechanischen Geräte durch ausgebildetes Personal und Benutzung der Ausrüstung durch ausreichend unterwiesene Beschäftigte reduzieren die Wahrscheinlichkeit der entsprechenden Risiken.
Die Arbeit in Inspektionsgruben wird auch in diese Kategorie von Gefährdungen einbezogen.
- Chemische Gefahren: Diese sind verbunden mit: (a) den Produkten, die in Kfz-Werkstätten verwendet werden, wie Farblacken und Lösungsmitteln, Karosseriefüllern und härtern, Altöl, Reinigungsmitteln für die Autopflege, und (b) den Gefahrstoffen, die bei verschiedenen Verfahren freigesetzt werden, wie bei laufenden Motoren (Auspuffgase), Schweißen, Batterieladen (Wasserstoff), Korosseriespachteln, Farbspritzen (Isozyanate), sowie Bremsen- und Kupplungsarbeiten (Asbest). Belastungen durch Gefahrstoffe haben sowohl Kurz-, als auch Langzeiteffekte. Die Installation von wirksamen Entlüftungssystemen, die Einführung von Sicherheits-verfahren beim Umgang mit Gefahrstoffen und die Verwendung der entsprechenden PSA reduzieren die Risiken durch chemische Gefährdungen. Zusätzlich zu den Gesundheitswirkungen kann die Ansammlung von emittierten Dämpfen durch Benutzung von Produkten explosive Atmosphären schaffen, während andere Produkte, wie Benzin, und Maschinenöle leicht entzündlich sind. Das Vorhandensein von Zündquellen in diesen Fällen kann zu Explosionen und Bränden führen. Deshalb müssen spezielle Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.
- Lärm und Vibrationen: Sie sind beide ernste Gesundheitsrisiken. Lärm ist eine Gefahr, die in den meisten Abteilungen einer Kfz-Reparaturwerkstatt vorhanden ist, während Vibrationen hauptsächlich Maschinen;bedienungspersonal belastet, das im Karosserie;reparatur;bereich arbeitet. Sowohl Lärm, als auch und Vibrationen, können durch die richtige Installation, Instandhaltung und Verwendung der Ausrüstung reduziert werden.
- Elektromagnetische Strahlung: Dies ist eine Gefahr, die bei Schneidbrenn- und Schweißprozessen gegeben ist
- Andere Gefahren: Dies sind Gefahren, die mit der allgemeinen Arbeitsumgebung verbunden sind. Die Arbeitsbedingungen, wie Ordnung und Sauberkeit, Hygiene- und Sozialeinrichtungen, Beleuchtung und Komfort schließen alle verschiedenen Arten von Gefahren ein, die sowohl die Sicherheit, als auch Gesundheit der Arbeiter beeinflussen und deshalb beurteilt werden müssen.
- Explosionen und Brandbekämpfung: Die meisten in einer Kfz-Reparaturwerkstatt üblichen Gefahrstoffe, wie Benzin, Maschinenöle, Farben, Lösungsmittel, Wasserstoff und Schleifstäube sind einerseits leicht entzündlich, andererseits erzeugen sie eine explosive Atmosphäre aufgrund freigesetzter Dämpfe und Stäube. Zugleich erfordert das Vorhandensein von Zündquellen, wie Funken, elektro;statischen Ladungen und Auspuffgasen, die Aufstellung sowohl von Sicherheitsverfahren gegen Explosionen als auch von Brandbekämpfungsmaßnahmen. Deshalb ist ein separates Kapitel explosiven Atmosphären und Schlüsselelementen der Brand-bekämpfung gewidmet, die in einer Werkstatt vorhanden sein sollten.
Für den Fall, dass Arbeitstätigkeiten in einer Kraftfahrzeugreparaturwerkstatt viele der oben genannten Gefahren einschließen, wird detaillierter auf bestimmte Tätigkeiten eingegangen, und eine Wirkungs-/Gefahrentätigkeitsmatrix wird dargestellt. Am Ende des Moduls findet sich eine detaillierte Prüfliste, die in verschiedene Teile gegliedert ist: a) den allgemeinen Teil, der sich auf alle Tätigkeiten bezieht, b) den speziellen Teil, der sich an den Hauptbereichen einer Kfz-Werkstatt orientiert, nämlich der Wartung und Reparatur, der Karosseriewerkstatt (Arbeiten: trennen, schweißen) und der Lackierung, und c) dem Teil über Arbeitsbedingungen. Diese Prüfliste ist nicht vollständig, aber sie kann von den Beschäftigten verwendet werden, um eine erste Gefährdungsbeurteilung ihres Arbeitsplatzes durchzuführen, und in einer Position zu sein, um ihren Arbeitgebern eine genaue und fundierte Rückmeldung zu liefern, um Korrekturmaßnahmen einzufordern. Es muss darauf hingewiesen werden, dass das vorliegende Modul nicht in bis die ausführliche Analyse aller möglichen Wirkungen der Gefahrenquellen geht, da dies über den Umfang dieses Arbeitsansatzes hinausgeht und diese Risiken wahrscheinlich nur durch die Arbeit von qualifizierten Sicherheitsfachkräften, und nicht von den ArbeiterInnenn selbst, kontrolliert werden können.
|