Modul 07
TRAININGSMATERIAL
FÜR DIE GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNG BEI ARBEITEN IM STRASSENBEREICH

Rettungsarbeiten

    • 08.01 - Einführung
    • 08.02 - Arbeiten an Unfallorten und Verkehrsregelung


M07.08.01

Einführung

Dieses Kapitel beschreibt die Gefahren für das Rettungspersonal bei Verkehrsunfällen. Man muss zwischen den tatsächlichen Rettungsarbeiten auf der einen Seite und Aufräumarbeiten nach einem Unfall auf der anderen Seite unterscheiden.

Die tatsächlichen Rettungsarbeiten finden normalerweise unter großem Zeitdruck statt. Es ist dabei oft notwendig, von gesetzlichen Notfallregelungen Gebrauch zu machen, um mit der Arbeit ohne unnötigen Zeitverlust zu beginnen, während man gleichzeitig am Unfallort so viel Sicherheit wie möglich für die Beschäftigten herstellen sollte.

Die tatsächlichen Rettungsarbeiten umfassen: Verkehrsregelung, Absperrungen und Markierungen um den Unfallort herum aufstellen, Erste Hilfe und Abtransport der verletzten Personen, Räumen und, wenn notwendig, Reinigung der Fahrbahn.

Die anschließenden Aufräumarbeiten umfassen: Abschleppen von zerstörten Fahrzeugen und Reparatur von Verkehrszeichen, Leitplanken, usw. Hier gelten die normalen Regeln für kurzfristige oder mobile Straßenarbeiten.

Bei allen Arbeiten im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen sollten Prioritäten so gesetzt werden, dass die Sicherheit des Rettungspersonals an erster Stelle steht.

Die zweithöchste Priorität besitzt das Ziel, den Umfang des Unfalls zu begrenzen. Wenn es genügend viele Einsatzkräfte am Unfallort gibt, kann dann mit Lebensrettungsmaßnahmen an verletzten Personen begonnen werden.

Die Arbeiten um die Straße wieder passierbar zu machen, haben die dritthöchste Priorität, während der Rest der Arbeiten, wie die Unfalluntersuchung und Aufräumen die niedrigste Priorität besitzen.

Es sollte beachtet werden, dass die Polizei andere Regeln dafür haben könnte, wie die Arbeiten bei Verkehrsunfällen ausgeführt werden sollen.

M07.08.02

Arbeiten an Unfallorten und Verkehrsregelung

Die wirksamste Sicherheitsmaßnahme wird oft sein, den Verkehr um den Unfallort herum völlig zu stoppen bis das Rettungspersonal einen Überblick über die Situation gewonnen hat und einen sicheren Arbeitsbereich markiert hat.

Es kann jedoch sein, dass eine langfristige Unterbrechung des Verkehrs Irritationen und Ungeduld bei den Straßenbenutzern verursacht, so wie Straßensperrungen auch große Folgen für die Gesellschaft haben können, besonders bei stark befahrenen Strecken. Deshalb sollte versucht werden, den Verkehr sobald wie möglich wieder zum Fließen zu bringen, egal, ob langsam und vorsichtig gefahren werden muss.

Rettungsarbeiter sollten nicht unter extrem gefährlichen Umgebungsbedingungen arbeiten, da dies auch ihre Effizienz reduziert.

Risikofaktoren

  • Das Überfahren von Rettungsarbeitern, Ausrüstung und verletzten Personen
  • Die Straßenbenutzer wissen noch nicht vom Unfall
  • Ungeduldige Straßenbenutzer, die durch unpassende Fahrmanöver sich selbst, Rettungspersonal oder andere gefährden

Sicherheitsmaßnahmen

  • Verwendung von Fahrzeugen und ihrer Blaulichter oder gelben Warnlampen als Teil der Markierungen
  • Stellen Sie Fahrzeuge so auf, dass sie das Rettungspersonal und verletzte Personen abschirmen und dass sie im Falle eines Zusammenstoßes nicht in den Bereich der Rettungssanitäter und verletzten Personen geschoben werden
  • Verwenden Sie immer entsprechende Sicherheitskleidung
  • Stoppen Sie den Verkehr, wenn notwendig, bis es möglich ist, ihn sicher an der Unfallstelle vorbei zu leiten
  • Lassen Sie nie kurzfristige wirtschaftliche Überlegungen Priorität über die Rettungsbemühungen gewinnen
  • Verwenden Sie immer mindestens zwei Fahrspuren für den Arbeitsbereich – der Verkehr sollte über Notfallspuren oder über den Standstreifen geführt werden
  • Leiten Sie den Verkehr immer um den Unfallort und die Rettungsfahrzeuge herum – niemals hindurch.
  • Die Arbeiten sollten immer so ausgeführt werden, dass der Verkehr beobachtet werden kann, - selbst wenn das bedeutet, über einen längeren Abschnitt der Straße zurück zu gehen.


TRIA Project ::: Entwicklung von Fortbildungsmodulen zur Abschätzung von Risiken am Arbeitsplatz